KREATIVE WERKSTATT ROKYTA 2009

Bei erstem Zusammentreffen internationaler Fotografen im Nationalpark Böhmerwald, entstand eine Vielzahl unglaublich schöner und kreativer Fotografien. Der Workshop mit dem Titel „Kreative Werkstatt Rokyta 2009“ fand vom 14. bis 16. Oktober 2009 statt und zeigt Natur und Landschaft der Region. Geplant und ins Leben gerufen wurde diese Veranstaltung von der Organisation "Sumavska renesance", die sich um bessere Kontakte zwischen Bayern und Böhmen bemüht.

Nachdem die 12 beteiligten Fotografen aus Böhmen und Bayern ihre erste und strenge Selektion an den Bildern durchgeführt hatten, blieben noch viele Aufnahmen aus diesen Kollektionen übrig, die so manche großartige Ausstellung bereichern würden.
Das dreitägige Zusammentreffen stand unter einem festen Zeitplan. Schon um 08:30Uhr morgens war Abfahrt in die Naturgebiete in denen die Fotografen bis zum späten Nachmittag auf Motivjagd waren. Oft ging es kilometerweit zu Fuß durch unwegsames Gelände um die schönsten Szenerien fotografieren zu können.

Nach einer kurzen Ruhepause folgte der fachtheoretische Teil, in dem man sich mit den anderen Teilnehmern austauschen und über eigene Erfahrungen sprechen konnte. Es wurden Archivfotos oder die aktuellen, neuen Bilder aus dem Workshop präsentiert und besprochen. Die Aufnahmen wurden mit einem Beamer auf eine Leinwand projiziert und Ausführungen des Aufnehmenden simultan deutsch und tschechisch übersetzt.
Der Wettergott hat entschieden, dass er den goldenen Herbst über Nacht durch eine frostig unfreundliche, weißüberzuckerte Landschaft mit häufigen Schneeschauern ersetzen will. Bei diesem Wetter sitzt man am liebsten zu Hause am Ofen. Unsere Gruppe von begeisterten Fotografen hat aber dieses Wetter nicht entmutigt. Ganz im Gegenteil. Sie fanden diese Licht- und Wetterbedingungen eher noch attraktiver.

Gleich am ersten Tag, bei einer Wanderung entlang der „Vydra“, hin zu den besten Motiven des Flusses, hat ein Fernsehteam vom “TV GIMI“ aus Budweis, unsere Fotografen zu einem Interview aufgesucht. Die Nachricht über dieses originelle Foto-Projekt hatte sich in Windeseile in den tschechischen Medien verbreitet. Am darauf folgenden Tag hat die Gruppe den See "Plesne" und das Naturreservat "Chalupska slat" besucht und am dritten Tag das Flussbett der "Kremelna".

Über die Stimmung während des fotografischen Zusammentreffens lassen wir am besten drei Mitglieder sprechen: Von den "Fotofreunde-Straubing" waren Arno Freudenstein, Mira Habermehl und Hana Abel zum Workshop angereist.

Wir sind begeistert, wie perfekt dieser Event bis ins Detail organisiert wurde. Ansprechende Unterkunft, gutes Essen, simultanes Dolmetschen und die freundliche und kompetente Arbeit der Mitarbeiter des Nationalparks, die uns stets begleiteten, machen dieses Meeting zu einem informativen und angenehmen Erlebnis.
Wir sind mit der Auswahl der Teilnehmer sehr zufrieden, weil neben professionellen Fotografen auch engagierte Fotoamateure geladen waren. Gegenseitig konnten wir uns in Punkten wie Aufnahmetechnik und Bildgestaltung austauschen. Es gab für viele Facetten der Fotografie Informationen, was für jeden von uns sehr interessant war.

Ein Wort, das die Auswahl der Orte betrifft, an denen wir fotografiert haben. Am besten hat uns der wilde Fluss "Vydra", das Moorreservat "Chalupska slat" und der romantische Fluss "Kremelna" gefallen. Der Aufstieg zum Adalbert-Stifter-Denkmal am Plesne-See war sehr anstrengend und hat auch wegen des ungünstigen Wetters fotografisch nicht viel gebracht.
Dafür konnten wir von oben die Landschaft mit den trockenen Bäumen, die jetzt auf der tschechischen Seite viel diskutiert wird, betrachten. Die vielen toten Bäume wirkten aber auf uns nicht depressiv. Es ist ein Gesetz der Natur: Wo etwas stirbt, wird etwas Neues geboren.
Mira Habermehl hat lange in Usti nad Labem gelebt, wo man nicht über tote Bäume, sondern über eine Mondlandschaft sprechen konnte. Sie begreift nicht, warum gerade die einmalige Natur des Böhmerwaldes hier zum Streitpunkt wird.

Dieser Projekt war auch ein gutes Beispiel für kooperative Zusammenarbeit zwischen einer staatlichen Institution, der Verwaltung des Nationalparks Böhmerwald und der nicht staatlichen und auch nicht gewinnorientierten Organisation: "Sumavska renesance", die diesen Projekt geplant, organisiert und begleitet hat.
Gleichzeitig war es ein Beweis dafür, dass man Menschen und ihre Freundschaft nicht durch Grenzsteine trennen kann.
Iva Sedlářová
Šumavská renesance o.s.